Glaukom - Grüner Star

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, bezeichnet eine Reihe von Augenerkrankungen unterschiedlicher Ursache, die eine irreversible Schädigung von Nervenfasern des Sehnervs zur Folge haben. Infolgedessen entstehen charakteristische Gesichtsfeldausfälle (Skotome), die im Extremfall zu einer Erblindung des betroffenen Auges führen können.

 

Ein erhöhter Augeninnendruck (okuläre Hypertension) stellt einen wichtigen Risikofaktor für ein Glaukom dar, ist aber allein noch nicht ausreichend für die Diagnosestellung eines Glaukoms. 

Risikofaktoren für die Entstehung eines Glaukoms sind:

  • erhöhter Augeninnendruck

  • vergrößerte Excavation der Papille (Aushöhlung des Sehnervenkopfes)

  • geringe Dicke der zentralen Hornhaut

  • von der Norm abweichender Blutdruck

  • Diabetes mellitus kann zu einem Sekundärglaukom führen.

  • genetische Veranlagung: Sind ein oder gar mehrere enge Verwandte erkrankt, liegt eine „familiäre“ Belastung, einer der wichtigsten Risikofaktoren des Glaukoms, vor.

  • Hautfarbe: Dunkelhäutige haben ein bis zu fünf Mal höheres Glaukomrisiko als Hellhäutige

  • hohe Kurzsichtigkeit (Offenwinkelglaukom)

  • hohe Weitsichtigkeit (Engwinkelglaukom und Glaukomanfall)

  • hohes Lebensalter

Diagnosekriterien

Der Augeninnendruck (Tensio) wird in der Regel mit einem sogenannten Applanationstonometer nach Hans Goldmann bestimmt. Alternativ kann auch von nicht ärztlichem Personal eine berührungslose Messung mittels Pneumotonometrie. 

Die alleinige Messung des Augeninnendrucks genügt weder für die Diagnosestellung oder ihren Ausschluss noch zur Verlaufsbeurteilung einer Glaukomerkrankung.

 

Folgende zusätzliche Untersuchungen werden verwendet:

  • Beurteilung des Augenhintergrunds im dreidimensionalen Bild: Das Ausmaß der Schädigung des Sehnervs wird anhand der Größe und Form der Papillenexkavation (Aushöhlung des Sehnervenkopfs) bestimmt. Im rot-freien Licht können Defekte der Nervenfaserschicht gefunden werden.

  • Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie): Gesucht wird nach charakteristischen, bogenförmigen Ausfällen (Skotomen).

Bildgebende Verfahren wie HRT (Scanning-Laser- Tomographie),  RTA (Netzhautdickenmessung), GDx (Scanning-Laser-Polarimetrie), OCT (Optische Kohärenztomografie), erfassen reproduzierbar und detailliert bereits geringgradige Schädigungen und bieten somit für Frühstadienbeurteilung und Verlaufskontrollen eine signifikante diagnostische Unterstützung. Sie stellen in Deutschland IGeL-Leistungen dar, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht übernommen werden.

Behandlung

Werden Glaukomtypische Schäden am Sehnerv festgestellt, muss eine dauerhafte Augendrucksenkung erfolgen. 

 Therapieziel ist also das Verhindern eines Fortschreitens der Erkrankung, aufgetretene Schäden (Gesichtsfelddefekte) sind dagegen nicht wieder rückgängig zu machen.

Medikamentöse Therapie

Zur medikamentösen Therapie des Glaukoms stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung, die überwiegend als Augentropfen verabreicht werden.

Die Medikamente können auch kombiniert werden. Zur einfacheren Applikation sind auch Kombinationspräparate verfügbar. Meist handelt es sich um eine lebenslange Therapie. Bei Sekundärglaukomen kann zusätzlich die Therapie der Grunderkrankung erforderlich sein.

Laseroperationen

Operationen

 

Operative Druckminderung

Folgende Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Goniotrepanation und Trabekulektomie

  • Zyklokoagulation

  • Trabekulotomie und Goniotomie

  • Iridektomie

  • Kanaloplastie

  • Implantate

Vorsorge/Früherkennung

Eine Vorsorge zur Krankheitsvermeidung existiert nicht. Früherkennung ist der einzige Weg. Es ist das Ziel die Erkrankung noch vor einer funktionellen Beeinträchtigung im Frühstadium zu erkennen. Durch rechtzeitige Behandlung kann ein Fortschreiten und letztendlich die Erblindung in den meisten Fällen verhindert werden.

Der ökonomische Wert einer Screening-Untersuchung von Gesunden ist umstritten. Die Glaukom-Untersuchung ist in der Regel nur dann eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn Verdachtsmomente für eine Erkrankung bestehen oder ein erhöhter Augeninnendruck bereits bekannt ist.  

 

Ihr Augenarzt